SÖS LINKE PluS

Beitrag zur Generaldebatte: Begründung des Antrags: Klimanotstand ausrufen!

Stadtrat Stefan Urbat hat auf der Generaldebatte zum Klimawandel den Antrag „Klimanotstand“ begründet:

Hallo Mitbewohner dieses Planeten im Anthropozän

Den Klimanotstand haben verschiedene Städte schon erklärt, u.a. London, Vancouver und Basel, Erlangen ist kurz davor.

Die Klimakrise wird mit Hitzewellen, Dürreperioden, Mega-Stürmen und Überschwemmungen, Schnee- und Wassermangel usw. immer offensichtlicher.

Stuttgart hat eine besonders prekäre Kessellage.

Bis 2040 (möglicherweise schon 2035) ist die Verschärfung der Klimawandelfolgen durch bereits emittiertes CO2 im Ausmaß wie vom Holozän bis jetzt sicher.

Klimavölkerwanderung ist zu erwarten: ganz andere Dimension als teils Klimawandel-bedingte letzte Flüchtlingswelle

Eng damit verbunden: laufendes, von uns ausgelöstes sechstes Massenaussterben von Arten in der Erdgeschichte vielzelligen Lebens, und erst das zweite mit vielen Insektenarten (vgl. extinction rebellion)

Überleben des Menschen in der Heißzeit: ist für mich unplausibel, obwohl für einzelne Arten kaum vorhersagbar, Sapiens muss sich erst erweisen!

Die größte Kränkung des Selbstwertgefühls des Menschen: es bleibt von uns NICHTS zurück nach der Heißzeit (Wort des Jahres), schlimmer als Kopernikus und Darwin.

Es ist Zeit, sich ehrlich zu machen: dies ist der Auftakt effektiven Handels, muss in den Doppelhaushalt und in mittelfristige Finanzplanung einfließen

Benötigt werden gleichermaßen Klimawandel-Verhütungs- und Gegenmaßnahmen sowie nötige Anpassungsmaßnahmen (in Stuttgart bis ca. 2,5 bis 3 Grad Celsius Erhöhung auslegen) für unvermeidliche Klimaänderung.

Zu unserem Antrag „Klimanotstand ausrufen“:

Er ist keine Aufforderung zu Notstandsmaßnahmen oder -gesetzen klassischer Prägung, sondern ein Notstand neuer Art im Anthropozän.

Übernahme der Verantwortung für den Planeten tut not!

Forderungen:

– Priorität der Klimawandelfragen bei Entscheidungen, sind immer einzubeziehen

– IPCC-Empfehlungen als Richtschnur insbesondere bei Investitionen

– LHS verlangt von Bundesregierung 100% Dekarbonisierung bis 2036

– Die Landeshauptstadt Stuttgart verlangt von Bundesregierung nicht beschönigte Darstellung und Dokumentation der Lage des Klimas, der Entwicklung und der Gegenmaßnahmen