SÖS LINKE PluS

Gesundheit & Teilhabe fördern: Bäderpreise senken!

Wir beantragen:

  1. Die Eintrittspreise in allen städtischen Schwimmbädern (ohne Mineralbäder und Saunen) und Freibädern werden in allen Kategorien um 50 Cent gesenkt. Mehrfach-/ Jahreskarten werden entsprechend angepasst. Dafür wird der bisherige städtische Verlustausgleich um 700.000 € erhöht.
  2. Für Kinder und Jugendliche werden die Eintrittspreise für alle städtischen Bäder um einen Euro gesenkt.
  3. Die vergünstigten Eintrittspreise für Inhaber_innen einer Bonuscard werden auch auf die Mineralbäder ausgeweitet.
  4. Die Ermäßigung für Auszubildende und Studierende wird bis einschließlich des 28. Lebensjahres gewährt.

 Begründung:

Seit Jahren kennen die Bäderpreise in Stuttgart nur eine Richtung: Nach oben! Die Senkung der Eintrittspreise würde für mehr Teilhabemöglichkeiten ärmerer Menschen und allgemein für mehr Gesundheit sorgen (Schwimmen ist gesund!). Mit den Preisen fürs Schwimmen (4,50 € für Erwachsene) liegt die Landeshauptstadt teilweise deutlich über den umliegenden Kommunen wie Esslingen (3 €), Fellbach (3,60 €), Ludwigsburg (4 €) oder Ditzingen (4 €).

Im Jahr 2016 zählten die Stuttgarter Schwimmbäder 696 585 Besucher (ohne Sauna, ohne Mineralbäder), die Freibäder 674.364. Die Bäderbetriebe haben mit einem Jahresfehlbetrag von knapp 14 Mio. € abgeschlossen, davon wurden 10 461 000 über den städtischen Haushalt ausgeglichen. Das ist nicht verwunderlich, da Bäderbetriebe eine Serviceleistung der Stadt an ihren Einwohnern sind, die nicht gewinnorientiert erfolgen sollte.

Erhöhte man den „städtischen Zuschuss“ auf die jeweils knapp 700 000 Eintritte in Schwimmbäder und Freibäder um je 50 Cent, ergeben sich geschätzte Mehrausgaben von 700 000 €.

Allein das Mineralbad Leuze hat in den letzten sechs Jahren rund 40 000 Kinder und Jugendliche als Gäste verloren. Dies liegt zum einen am wenig attraktiven Angebot für Kinder, zum anderen an den hohen Preisen. Hier sollte Stuttgart ein Zeichen setzen und mit verbilligten Eintrittspreisen wieder mehr Kinder und Jugendliche in die Bäder locken.

Die bisherige Handhabung, dass Bonuscard-Inhaber_innen zwar ermäßigte Eintrittspreise für Schwimmbäder bekommen, nicht aber für Mineralbäder, ist nicht nachvollziehbar und gehört im Sinne der Ermöglichung von Teilhabe abgeschafft.

Dass Studierende und Auszubildende nur bis 25 Jahre vergünstigt in die Bäder kommen, ist eine Stuttgarter Besonderheit und wird den Lebenswelten nicht gerecht: Wer nach einer Ausbildung oder gar Ausübung eines Berufs noch studiert (und somit dem gesellschaftlich höchst wünschenswerten Trend der Weiterqualifizierung folgt), überschreitet diese Altersgrenze in aller Regel – ohne ein „Langzeitstudent“ zu sein.

Angesichts eines Jahresüberschusses im aktuellen städtischen Haushalt von 231,3 Mio. Euro finden wir grundsätzlich, dass die Stadt hier etwas zurückgeben sollte.