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Engstelle Hauptsammler Cannstatter Straße

Die Bahn AG lässt z.Zt. im Zuge der Bauarbeiten zu Stuttgart 21 am Ausgang aus der Klett-Passage in den Mittleren Schlossgarten den Abwassersammler „Cannstatter Straße“ abändern, um hier einen Anschlussschacht für den Zulauf-Kanal zum „Cannstatter Düker“ einzufügen. Hierzu wurde der bestehende Abwasserkanal DN 2.050 Ø auf etwa 4 m Länge vollständig abgebrochen.

Wie aus den beigefügten Aufnahmen ersichtlich, wurde der Bestandskanal beiderseits der Trennstelle zugemauert und stattdessen ein Not-Ablauf in Form von drei Kunststoffrohren mit lediglich je ~25 cm Durchmesser eingebaut. Diese Maßnahme ist völlig unzureichend.

Der aus der Königstraße kommende Abwassersammler „Cannstatter Straße“ dient der Entwässerung des gesamten Innenstadtbereiches beiderseits der Königstraße. Für den sogenannten Trockenwetter-Abfluss mag der v.g. Querschnitt des Not-Ablaufes  hinreichend sein; bei einem stärkeren Regen, wie in letzter Zeit mehrfach vorgekommen, reicht dieser geringe Abfluss-Querschnitt jedoch keinesfalls aus; es wird zum Rückstau und zur Überflutung kommen. Bis der neue Schacht fertiggestellt und wieder ein ordnungsgemäßer Abfluss bei unvermindertem Querschnitt möglich sein wird, werden wenigstens zwei Monate vergehen.

Besonders gefährdet ist die tieferliegende Klettpassage. Dies umso mehr, als das obere der drei Not-Ablaufrohre ein großes Loch mit etwa 10 cm Weite aufweist und dazu auf ganzer Länge aufgeplatzt ist (siehe insbesondere beigefügtes Motiv 3). Schon bei geringem Anstau im Hauptsammler wird hier Wasser austreten, die Schacht-Baugrube überfluten und sich dann in die tieferliegende Klett-Passage ergießen. Bei stärkerem Anstau muss mit einem Zerplatzen des geborstenen Rohres gerechnet werden mit ungehindertem Wasser-Austritt, wobei die Klett-Passage überflutet würde.

Darauf zu vertrauen, dass während der mindestens zwei Monate dauernden Umbauzeit des Schachtes schon nichts derartiges passieren werde, ist schlicht verantwortungslos.

Wir fragen:

  1. Ist diese Maßnahme in der beschriebenen Form mit der SES Stadtentwässerung Stuttgart als zuständiger Fachbehörde abgestimmt worden?
  2. Falls ja, wie verantwortet die SES Stadtentwässerung Stuttgart einen dann unvermeidlich eintretenden Überflutungsschaden? Der wäre dann nicht auf „höhere Gewalt“ zurückzuführen, sondern auf das Fehlverhalten der verantwortlichen Amtsleitung.
  3. Falls nein, wieso kommt die SES Stadtentwässerung Stuttgart ihrer Überwachungspflicht bei Eingriffen in die städtischen Abwasseranlagen durch die DB AG und deren Auftragnehmer nicht nach, um eine fach- und sachgerechte Ausführung durchzusetzen?

Welche Abhilfe-Maßnahmen wird die SES Stadtentwässerung Stuttgart jetzt unverzüglich bei der DB AG durchsetzen, um eine Überflutungsgefahr zu vermeiden?