SÖS LINKE PluS

Anregungen aus Stuttgart Süd zum Nahverkehrsplan 2015

1. Vorrang für den ÖPNV in Stuttgart
Ziele für das Verhältnis ÖPNV zum motorisierten Individualverkehr festlegen Die im Verkehrsentwicklungskonzept 2030 beschriebenen Grundzüge der ÖPNV-Planung sind mit Maßnahmen zu hinterlegen. Es heißt dort: „Der ÖPNV liefert einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der Umweltprobleme in den Bereichen Klima, Lärm und Luft. Seine Rolle als Verkehrsträger soll deshalb gestärkt und seine Attraktivität als Alternative zum motorisierten Individualverkehr weiter gesteigert werden. Ziel dabei ist, neu entstehende Verkehre überwiegend durch das öffentliche Verkehrsangebot abzudecken und vorhandene verkehrliche Verflechtungen noch stärker als bisher vom MIV (Motorisierter Individualverkehr) auf den ÖPNV zu verlagern.“

Forderung:
Es ist im Nahverkehrsplan anzugeben, welcher Modal Split (Verhältnis ÖPNV zum MIV) in den nächsten Jahren mit welchen Maßnahmen erreicht werden soll und in welchen Zeitstufen diese Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Wir schlagen vor, als Ziel 20 Prozentpunkte weniger KFZ am Modal Split bis 2030 festzulegen.
(2011 wurden seitens des VVS folgende Zahlen ermittelt: MIV = 44,1%, ÖPNV = 24,2%, Fuß = 26,4%, Fahrrad = 5,3%).
Im Falle von Feinstaubalarm muss ein Umsteigen von PKW-Fahrern in hohem Umfang auf den ÖPNV ermöglicht werden.

2. Finanzierung ÖPNV
Der jährliche Zuschuss der Stadt Stuttgart für die SSB ist bei 25 Mio. € gedeckelt. Eine Anhebung dieses Zuschusses ist erforderlich, um den ÖPNV in Stuttgart vorrangig auszubauen.
Für die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur, Beschaffung von Fahrzeugen, attraktive Fahrpläne etc. bedarf es neuer Finanzierungsmodelle wie einer Nahverkehrsabgabe, da die bisherigen Fördermittel nicht ausreichend sind. Die Stadt Stuttgart wird aufgefordert, hierfür einen Zeithorizont anzugeben.

3. Forderungen für die Weiterentwicklung des NVP

  • Keine Tariferhöhungen im ÖPNV. Mittelfristiges Ziel ist die Einführung eines Nulltarifs (s.o. Nahverkehrsabgabe).
  • Eine Tarifzone für Stuttgart
  • Attraktive Pendlertarife
  • Stadtbezirkstarif einführen in Höhe des Kurzstreckentarifs
  • Barrierefreier Zugang zu Stadtbahn und Bushaltestellen, auch in Bussen, soweit noch nicht vorhanden.
  • Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln ausbauen wie: Fahrradverleih, Carsharing
  • Konzept für die Fahrradmitnahme in den Stadtbahnen ohne Behinderung der Fahrgäste ausbauen, dann ohne Sperrzeiten
  • Verbesserte Fahrradmitnahme mit der Zahnradbahn und Seilbahn
  • Solange es noch nicht eine Tarifzone für Stuttgart gibt: Alle Haltestellen von Kaltental auf die Tarifzonengrenze legen.
  • Buslinie 41 ganztags zur Lerchenrainschule fahren lassen

4. Verbesserte Ausstattung der Haltestellen und Service

  • Fahrplanauskunft in den Fahrscheinautomaten integrieren
  • Fahrgäste über Störungen etc. auf der elektronischen Anzeigetafel und /oder Lautsprecher unverzüglich informieren
  • Bei Fahrplanänderungen rechtzeitig und umfassend informieren

Bezirksbeiratsfraktion SÖS-LINKE-PluS in Stuttgart Süd