SÖS LINKE PluS

Wiederaufnahme des Jugendpräventionsprojektes „City Streetwork Stuttgart“

ANTRAG

Text der Anfrage bzw. Antrages:

Wir beantragen:
Die Verwaltung nimmt das Jugendpräventionsprojekt „City Streetwork Stuttgart“ wieder auf und stellt die nötigen Haushaltsmittel im Doppelhaushalt 16/17 ein.

Begründung:
Die Stuttgarter Innenstadt ist für Jugendliche und junge Erwachsene sehr attraktiv. Wer am Wochenende über die Theodor-Heuss-Straße oder die Königsstraße läuft, kann viele junge Menschen erleben die ausgelassen und friedlich feiern. Es kommt aber leider auch immer wieder vor, dass unter erhöhtem Alkoholkonsum Lärm und Gewalt überhand nehmen. Bei Jugendlichen tritt dieses Problem in der Öffentlichkeit augenscheinlicher zutage, als bei älteren Erwachsenen, deren Alkoholkonsum samt negativer Folgen mehr im Privaten erfolgt. Lärm, Müll und Gewalt wird somit eher Jugendlichen angelastet. Die Polizei beklagt eine zunehmende Anzahl an Einsätzen. Neben den gesundheitlichen Schäden durch Alkoholkonsum bei jungen Menschen kommt somit hinzu, dass Jugendliche als Sündenböcke für ein eigentlich gesamtgesellschaftliches Problem herhalten müssen.

Die Stadt Stuttgart hat mit Projektfördergeldern der Baden-Württemberg-Stiftung von Januar 2012 bis Dezember 2013 das Projekt „City Streetwork Stuttgart“ zur Prävention alkoholbedingter Jugendgewalt unter Federführung der Mobilen Jugendarbeit in Kooperation mit Release Stuttgart e.V. durchgeführt. Das Konzept wurde in einem eigens dafür entstandenen Netzwerk bestehend aus den Trägern der Jugendarbeit, Jugendamt, kommunale Kriminalprävention, Polizei, Drogenberatungsstelle Release e.V., Aktionskreis Suchtprävention und dem Gesundheitsamt Stuttgart entwickelt.

Jeweils in den späten Abendstunden und an den Wochenenden haben vier Streetworker Jugendliche direkt vor Ort und in ihrer Lebenswelt aufgesucht. Sie haben konkrete Hilfeleistung geboten, in Beratungsgesprächen die Themen Alkohol und Gewalt ohne eine moralische Keule besprochen und in besonderen Fällen Jugendliche an weitergehende Hilfesysteme vermittelt. Trotz positiver Erfahrungen mit diesem Projekt, wie eine durchgeführte Evaluation der Universität Tübingen bestätigt, wurden die finanziellen Mittel im letzten Doppelhaushalt gestrichen.

Die Konzeption und Expertise sowie das Personal ist bei der Mobilen Jugendarbeit kurzfristig abrufbar sofern die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Fraktionsantrag